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I teach and practice Gestalt therapy, Career decision coaching, and Family Constellations work. As well as Australia, I teach workshops and training in China, Japan, Korea, the USA & Mexico. I am author of Understanding The Woman In Your Life, a book of advice for men about relationships with women. In my work as director of Lifeworks I provide therapy,  training and supervision. I am a Phd candidate, studying the interpersonal dynamics of power, and am currently director of an MA in Spiritual Psychology for Ryokan College, an accredited online institution based in LA.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Case #36 - Die Frau, die nichts fühlte

Brenda erzählte darüber, dass sie keine klare Identität hatte – sie verlor leicht ihre Grenzen und identifizierte sich übermäßig mit anderen.
Sie sprach von ihrer Schüchternheit, und davon, dass sie nicht fotografiert oder auf den Prüfstand gestellt werden mag.
Diese Dinge waren Indikatoren dafür, dass wir vorsichtig und sensitiv vorgehen sollen, sowie die potentiell gefährliche Situationen, die mit der Schande zu tun haben, vor Augen halten.
Ich teilte ihr mit, dass ich sie nur in solchem Maße ausfragen und ihr mit Therapieübungen helfen werde, bis ich ihre Komfortzone nicht verletzte.
Ich weiste auf die Tatsache hin, dass wir vor einer Gruppe von Menschen waren und fragte Brenda, wie sie das fand. Sie sagte, dass sie sie ansahen, aber sie spürte so, dass sie nicht wirklich wahrgenommen wurde. Ich erkundigte mich bei ihr, ob das vielleicht wegen ihres mangelnden Wissen über sie war, oder weil sie sich versteckte. Sie antwortete beide.
Es hilfte mir, die Beziehungsdynamik zu gestalten. Ich führte diese Dynamik zu uns (ihr und mir) zurück – ich sah sie an, aber sie versteckte sich auch vor mir. Sie bestätigte das, sie machte das mit jedermann.
Das schafft eine Sackgasse bei dem Kontakt mit den Menschen. Ein Teil von ihr sehnt sich danach, dass die Leute sie wahrnehmen, aber ein anderer Teil von ihr erlaubt das nicht. Es war eine Warnung dafür, dass ich sehr vorsichtig verfahren sollte, ansonsten wäre ich auch frustriert geworden und in dieser Dynamik gefangen.
Also anstatt auf den Busch zu klopfen, sagte ich Brenda jene Dinge, die sie schon über sich offenbarte – also jene winzigen persönlichen Informationen, die sie mir mitteilte. Ich berichtete auch davon, was ich sah – zum Beispiel die Farbe der Kleidungen, die sie trug.
Es schuf eine Basis daraus, was zwischen uns war, ohne dass ich an sie weitere Fragen stellte. Es zeigte ihr, dass ich präsent war damit, was sie freigab und was sie für mich erreichbar machte.
In Fällen von Schande ist es wichtig, etwas über sich selbst mitzuteilen, anstatt von der anderen Person zu viel zu fragen.
Ihre Augen waren dennoch glasig, und sie sagte, dass sie immer mehr abtreibte. Das zeigte, dass der Kontakt zu viel war. Ich fragte sie, wohin sie abgetrieben wurde…sie erwiderte: in einen Ort von unzähligen Welten, vergangenen Leben.
Es war für mich ein Indikator für Dissoziation und dafür, dass die mit der Sicherheit verbundenen Probleme primär waren.
Ich schlug vor, dass sie sich tatsächlich in einen träumerischen Zustand einlassen sollte, wie ich mich selbst auch. Ich konnte sogar jede Person in der Gruppe anregen, das mitzumachen, also sich in einen verträumten Zustand einzulassen, und wir alle könnten einfach in unseren eigenen verträumten Plätzen zusammensitzen.
Dieser Vorschlag gab ihr Schwung und ermutigte weitere Schritte in diese Richtung.
In Gestalt nennen wir das die paradoxe Theorie des Wandels: akzeptieren, was gegeben ist und sich danach zu richten.
Brenda behauptete sie fühle sich nichts.
Mit anderen Worten, sie war völlig dissoziiert. An diesem Ort ist nur ein bestimmter Typ des Kontakts erreichbar.
Ich fragte sie, welche Art von Unterstützung sie brauchte, damit sie sich sicher fühlen würde. Sie erwiderte: „Ich will nicht gesehen werden."
Ich sagte ihr also, dass ich mein Blick von ihr abwenden werde, und gleichzeitig teilte ihr meine Traurigkeit mit. Da ich sie überhaupt nicht ansehen, und auch nicht versuchen, ein Blick auf sie zu werfen werde, wird ihre Camouflage ziemlich vollständig. Ich erklärte ihr, dass ich Wärme gegenüber ihr fühlte, aber trotzdem fand ich keinen Weg zu ihr.
Brenda sah mich an und sagte: „Ich nehme Unterstützung nich gerne an."
Es war die Offenbarung, die mir zeigte, wie ich weiter verfahren sollte.
Ich rückte mit einer Übung heraus: sie hebt beide Hände hoch, mit der einen Hand wegstoßend, mit der anderen Hand geöffnet für die Entgegennahme von Untersützung.
Wir machten die Übung und sie war imstande, meine Unterstützung anzunehmen. Sehr langsam reichte ich meine Hand aus, bis ich ihre geöffnete Hand erreichte und dann greifte ich sie an.
Sie berichtete dann über einen Zwang, der ihr verbot, überhaupt etwas zu fühlen. Ich bat jemanden aus der Gruppe, vor uns zu stehen und diesen Zwang zu repräsentieren. Brenda konnte/wollte nicht erkennen die Person, die diese Rolle spielte, das war aber ganz in Ordnung.
Ich forderte sie auf, dem Zwang eine Behauptung aufzustellen. Sie sagte: „Ich werde dir zuhören, wenn es für mich nützlich ist, ansonsten werde ich mir erlauben, die Unterstützung zu spüren."
Es war eine Behauptung der Differenzierung und der Integration.
Sie konnte sich die Gefühle erlauben, die Unterstüzung akzeptieren, in die Beziehung zu kommen und an diesem Ort angesehen werden, sowie das Gefühl haben, dass sie immer die Wahl hat.
Diese Arbeit war langsam, außerdem musste ich ständig ihre Grenzen vor Augen halten, nicht zu viele Details erforschen, was sogar ihre Gefühle betraf…diese Dinge aber jedoch im Kopf halten. Im allgemeinen reagieren die Leute auf jemand, der solche persönlichen Grenzen aufstellt, entweder so, dass sie sich zurückziehen oder sie sich soz. entfernt, also nur oberflächlich kennenlernen, oder überströmen die Person mit zu viel Interesse oder sogar Liebenswürdigkeit. Was man hier braucht aber, ist eine neutrale Präsenz, mit genug Wärme, aber nicht zu viel, genug Interesse, aber nicht zu viel – das ist, was man Einstimmung nennt, und das ist ein zentraler relationaler Kompetenz.
























Sonntag, 4. Oktober 2015

Case #35 - Wut auf den Ex

Marion warf das Problem der Vereinbarung mit ihrem Exmann über die geteilte Elternschaft auf. Es stellte sich heraus, das es nicht das wesentliche Problem war. Die markante Schwierigkeit bedeutete ihr Unbehagen und ihre unbeendete Angelegenheiten mit ihm.
Bevor wir Marions Problem unter die Lupe genommen hätten, sagte ich ihr: Wenn ich dich ansehe, habe ich das Gefühl, dass deine Augen mich durchbohren. Das hat eine sehr starke Auswirkung auf mich. Was ich deinem Exmann gemeinsam habe, ist, dass ich auch ein Mann bin, und ich glaube so, dass ein Teil dieser enormen Energie, die du ihm gegenüber fühlst, könnte auch hier, in meiner Anwesenheit erscheinen.
Ich fragte sie, was ihr Problem war, worauf sie erwiderte: Wut.
Ich bat sie, mir zu erklären, worauf bzw. auf wen sie wütend war. Sie fing an, eine sehr lange Geschichte über die Umstände zu erzählen…nach einiger Zeit fragte ich sie noch mal: 'OK, also was ist ganz genau dein Problem?' Sie setzte jedoch mit weiteren Details ihrer unendlichen Story fort.
Ich musste meine Frage an sie mehrmals stellen, bis sie imstande war, eine klare, direkte und prägnante Antwort zu geben. Sie war wütend, denn sie fühlte sich von ihrem Exmann verraten, weil er sie finanziell nicht mehr unterstützte, um mehr Geld in sein Unternehmen investieren zu können. Andererseits war sie zornig auch, weil er über diese Sache nicht nur ihr sondern auch ihren Eltern (mit denen sie zusammenlebten) lügte.
Ich bestätigte, dass sie sehr wütend aussah: Ich kann das in deinen Augen sehen. Was spürst du jetzt?
Sie sagte etwas, was mehr mit ihren Bewertungen, ihrem Urteil und ihren Meinungen, aber weniger mit ihren Gefühlen zu tun hatte.
Sie sagte das eigentlich aus: 'Ich halte meine Emotionen zurück.'
Ich regte sie also an, sich vorzustellen, dass ich ihr Exmann bin. Ich bat sie, mich soz. verbal anzufallen. Sie begann zu erklären, dass sie in der Situation auch getadelt werden kann.
Ich führte ihren Fokus zurück und bat sie, mir etwas unmittelbar zu sagen, mit den Worten: 'Ich bin wütend, weil..'
Schließlich begann sie, sich direkt auszudrücken und festzulegen, worauf sie wütend war.
Ich erkannte ihre Gefühle und erkannte ebenfalls, wie ich ihre Wut sehen und hören konnte…und dann konnte ich beobachten, wie die Natur ihrer Wut sich veränderte und ihre Wut fand in Tränen einen Ausweg. Ich konnte ihren Schmerz in diesen Tränen sehen.
Im weiteren förderte ich diesen direkten Ausdruck der Gefühle, während ihr emotionaler Zustand ständig zwischen Wut und Tränen wechselte. Als sie erfuhr, dass jemand ihr zuhört, sie fühlte sich sicherer beim Ausdrücken ihrer Gefühle. Es gab eine Menge stillen Momente auch, voll ihrer Gefühle und meinen simplen Anerkenntnissen.
Am Ende fühlte sie sich viel leichter, und konnte sich von dem Großteil ihres Schmerzens und ihrer Wut befreien, welche sie seit ihrer Scheidung in sich gebracht hatte.
Damit dieser Prozess erfolgreich wurde, musste ich standhaft sein, ihr Bewusstsein führen, sie in ihrem Erlebnis so einbringen, dass ich in dem Experiment auch teilnehme. Außerdem musste ich Marion bei ihrem Geschichtenerzählen anhalten, was für sie ein Mittel für die Vermeidung zu tiefer Gefühle war. Ich sicherte für ihre Wut soz. einen relationalen Behälter, sowie unterstützte und ermutigte sie, sich auszudrücken…es brauchte einige Zeit, bevor sie sich sicher genug fühlte, so zu handeln. Ich akzeptierte ihre Vermeidung auch nicht; stattdessen regte ich sie an, ihr Erlebnis wirklich zu bestizen.
Als Antwort gab ich ihr Bestätigung, wonach sie sich so lange sehnte – an diesem Ort gesehen und gehört werden. Ich war nicht ihr Exmann, aber die Energie war zwischen uns stark genug, dass sie mich als Repräsentant so betrachten und sich mir gegenüber so äußern konnte, als ich ihr Mann gewesen wäre. Damit ich am Anfang betonte, dass ich auch ein Mann war, war genug, die Kraft ihrer Gefühle anzuregen. Meine Empfänglichkeit war echt genug für sie, damit sie es wirklich glauben konnte, dass ich das alles nicht nur schauspielerte.
Was bemerkenswert ist, dass sie nicht schrie, keine Kissen schlug oder sogar ihre Stimme erhob. Zorn bewegt sich in Beziehung und durch Besitz, nicht unbedingt durch dramatische Therapie-Techniken.








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